· 

vom scheitern einer (street) fotografie serie ...

ich habe keine ahnung warum ausgerechnet diese fenster mich zu der serie bzw. konzeptionellen arbeit inspiriert hat!

sie sind weder besonders ästhetisch noch auffallend oder sonst etwas!

vielleicht ist es diese reduktion des seins gewesen,

der viel zu große plastiblumentopf ohne pflanze, der darauf hindeutet, bald wird es dort schöner werden ...

ich kann es nicht wirklich sagen!

 

tatsache ist, daß ich dort täglich, zu unterschiedlichen tageszeiten, vorbei komme und es mich schon sehr, sehr lange triggerte!

ich weiß, daß dort eine marokkanische familie wohnt ...

ziemlich selten sehe ich dort leben, manchmal geräusche vom geschirrspülen, manchmal kindergeschrei, ein radio oder tv mit arabischem ton ...

wenn ich richtig überlege, nicht ein einziges mal eine jungen- oder männerstimme.

 

ich weiß auch von den zuständen der immigranten auf der insel!

 

durch ein länderabkommen, bekommen alle familienmitglieder eines marokkanischen bürgers, der in spanien eine aufenthaltsgenehmigung hat und eine angemeldete arbeit vorweisen kann 100,-€ monatlich. das führt dazu, daß sehr häufig bis zu 20 menschen in einer viel zu kleinen wohnung leben, das geld jedoch ausreicht um alle zu versorgen und darüber hinaus noch etwas in die heimal zu schicken für die zurückgebliebenen!

 

da spielt jeder mit: der staat, der vermieter, die stadtverwaltung, der arbeitgeber ... !

 

 

 

 

 

 

ein ganzes jahr lang, also 365 bilder, wollte ich machen !

wohin mich das am ende führen sollte, wusste ich nicht ...

das ist bei einer konzeptionellen arbeit häufig der fall und gerade das spannende!

 

heute machte ich, nach 28 tagen, mein LETZTES! warum?

 

als ich dort ankam - obwohl ich niemanden sah - hatte ich das gefühl, jemand beobachtet mich vom inneren aus!

ich machte mein bild und steckte die kamera schnell wieder in meine tasche!

eine muslimische frau kam heraus, sagte kein wort, sah mich feindselig an und verschwand wieder im haus!

 

keine frage, kein schimpfen ... nichts!

 

und doch wusste ich sofort: das darf ich nicht mehr weiter machen!

 

ich akzeptiere!!

 

es wird kein dialog geben können, kein verständnis für mein agieren ... zu sehr sind wir kulturell auseinander.

 

wie gern hätte ich ihr mein konzept erklärt, würde ihr sogar - nach einem jahr - einen print der arbeit schenken wollen.

wie fein wäre es gewesen, hätte sie mich einmal herein gebeten und mir von ihrem leben erzählt.

 

vielleicht hätte ich sie vorher fragen sollen ... !?

 

so bleibt die serie unvollkommen ... immerhin, ein zyklus von 28 tagen!

 

ich bin sehr gespannt, ob ab heute die fensterläden auf dauer geschlossen sein werden ...

denn ich werde weiterhin dort vorbei kommen ... .

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0