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hallo erstmal ...

... ich möchte nicht lange drum herum reden

& doch ein kurzes statement abgeben, warum ich mich entschlossen habe einen blog zu beginnen?!!

zum einen, gibt es im netz inflationäre videos, podcasts, statements & blogartikel über die strassenfotografie!

wie sie alle unterwegs sind ... wie toll, wo & mit welcher tollen kamera ... ! es gibt wenige ausnahmen, doch

ich vermisse aussagen & beschreibungen von fotografen, wie sie an ihre bilder herangehen, warum sie dieses so

& anderes so machen ... was geplant ist & was zufall ... .

 

 

 

zum anderen gehen bei mir immer häufiger fragen ein, mit welcher kamera ich meine bilder mache ...

wie & wo ich die motive finde bzw. weshalb ich manche dinge sehe, die andere nicht sehen!

unabhängig in welcher liga ich z.z. fotografisch spiele denke ich mir, dass es den einen oder anderen interessieren könnte, wie ich an meine arbeit herangehe, was mir durch den kopf geht & wie ich komponiere ... in der hoffnung, am ende des tages zumindest ein vorzeigbares foto geschossen zu haben!

 

das alles habe ich mit frau otten diskutiert

& natürlich hat sie mir mal wieder einmal mehr den >>> impuls dafür gegeben ...

 

also habe ich mir gedacht: das mache ICH jetzt!

 

 also, in der zukunft wird es regelmässig einen beitrag über ein bild von mir geben, von dem ich der meinung bin,

es ist gut komponiert bzw. erklären, warum ich dieser meinung bin!

 

das feine daran ist, wenn ich meine eigenen kompositionen analysiere, werden diese infos auf meiner inneren festplatte gespeichert ... das hat einen ungeheuren lerneffekt & ich kann in der zukunft präziser & schneller darauf zugreifen & agieren. ausserdem mache ich viel weniger bilder.

im besten fall, gebe ich jedem interessierten dabei etwas mit ... das würde mich freuen!

 

im zuge dessen, wünsche ich mir feedback von euch ... liege ich mit meinen gedanken richtig?

hättet ihr dieses oder jenes auch gesehen? könnt ihr überhaupt meiner herangehensweise folgen?

 

 

 

 

 

 

 

eine sehr alltägliche szene ... aufgenommen in palma de mallorca, am rande des >>> son gotleu viertels.

ich erwähne das extra, denn:

ich gehe zwar durch diesen stadtteil, fotografiere aber nicht, da ich angst um meine körperliche unversertheit bzw. um meine kamara habe ... doch ab hier geht es. die szene hat mir sofort gefallen, da die protagonisten ( ausser der herr im vordergrund) alle das gleiche anliegen haben, nämlich ihr glück im kauf eines lotterieloses zu finden! aufgefallen sind mir auch sofort die vielen vertikalen linien am gebäude, die sich in den aufrechten, stehenden menschen wiederfinden & die vielen kreise in den symbolen bzw. plakate. der herr vorn kam von rechts & ich wollte ihn so plazieren, das er die anderen geometrischen figuren nicht verdeckt. er ist hier unheimlich wichtig, denn er gibt dem gesamten eine gewisse bewegung, räumlich & inhaltlich. und klick!!

 

wir streeter wissen: das alles in ca. 3 sekunden!

 

 

 

zuhause angekommen, sehe ich mir meine ergebnisse auf dem rechner an ...

manchmal sogar erst am nächsten tag, um etwas abstand zu gewinnen. doch seien wir mal ehrlich,

die neugier ist meistens zu gross ... .

 

während ich fotografiere, starre ich nicht prüfend auf das display ... aus zweierlei gründen:

 

1. nach dem bild ist vor dem bild, soll heissen, vergeude keine zeit damit dein gemachtes bild zu überprüfen, denn:

du kannst es nicht mehr wiederholen ... die szene ist weg! ausserdem entgeht mir möglicherweise noch ein anderer schuss bzw. eine kommende situation ... die konzentration auf die strasse ist abgelenkt!

&

2. auf dem display hast du eh keine richtige kontrolle!

wie oft musste ich abends am rechner feststellen, dass  die situation klasse getroffen war, ich aber verkackt habe, wegen unschärfe etc. !

 

ich wiederhole noch einmal:

natürlich muss der fotograf auch ein wenig glück haben, denn das setting hatte ich ja schon vorher gesehen, sah den mann kommend auf meiner höhe & ich musste einen schritt zulegen, damit ich gut positioniert war, wenn er passiert! denn mir war klar: ihn brauche ich, um dem bild  dynamik zu geben! das soll heissen: ich sehe eine mögliche, gute szene vorher, schaue mich schnell um, ob ich irgendwas damit kombinieren kann - falls ich das nicht schon vorher im kopf habe - ( z.b. menschen oder farben) & begebe mich in position.

 

da ich seit 4 wochen mit 25mm 1:1.4 asph unterwegs & auf der gegenüberliegenen seite gestanden bin, ist diese totale passend für den sucher gewesen! vielleicht hätte ich noch auf jemanden warten sollen, der die strasse noch quer gekreuzt hätte ... mit anderer perspektive & cleverer komposition, um diese, doch klare, geometrie zu durchbrechen.

doch dann hätte ich wahrscheinlich nicht mehr diese geilen "glücksstatisten" vor der linse gehabt.

auch der herr im rechten türrahmen ... granatenmässig, wenn er in die kamera geschaut hätte ... hat er aber nicht!

da entscheide ich mich kurzfristig & warte dann auch nicht mehr an gleicher stelle, ob da noch mehr geht.

meistens bin ich als jäger unterwegs, seltener als fischer ... aber auch das kommt vor!

 

als ich das bild sichtete, war ich sofort begeistert! warum?

 

die szene ist unspektakulär, nichts wirklich witziges oder skurriles ... . neben den, mir schon vorher bewussten, geometrischen figuren, finden wir hier aber noch viele andere: nämlich dreiecke, quadrate, noch mehr kreise ( die mir vorher nicht klar waren) & eine räumliche raute!

diese imaginären linien, nimmt der betrachter unbewusst wahr & damit verdichtet sich das "ballett" !

häufig bekomme ich die frage gestellt, ob das eine oder andere bild gestellt sei? nein! ist es nicht!

es ist diese komposition, die einen glauben lässt: das kann doch gar nicht sein ... .

 

schlussendlich gebe ich dem bild den titel "die wege des glücks"!

 

ich weiss, dass viele fotografen es ablehnen titel zu geben, um den betrachter nicht zu beeinflussen ... ihn nicht in eine bestimmte richtung zu lenken. für mich persönlich stimmt das nur zum teil, da z.b. bei diesem bild die gesamtkomposition im titel enthalten ist & so der betrachter dazu animiert wird, einem eher unspektakulären bild mehr aufmerksamkeit zu schenken, näher hinzuschauen ... .

im besten fall, macht er seine eigene geschichte daraus ... für mich bedeutet es hier:

die meisten menschen legen ihr glück wartend in andere hände ... nur wenige gehen ihren eigenverantwortlichen weg!

 

die resonanz in der öffentlichkeit, hält sich in grenzen ...

auf der einen seite gefällt mir das nicht ganz so gut, doch mittlerweile ist es für mich wichtiger geworden, wie ich ein bild finde ... nach eingehender "überprüfung"!

 

darüber hinaus, habe ich durch dieses bild wieder einen kleinen, inhaltlichen trigger ...

ich werde mich den lotteriegeschäften aufmerksamer widmen ... vielleicht ergibt sich eine feine serie!

 

vielleicht gefällt euch ein bild von mir besonders gut & ihr möchtet mehr darüber wissen ... !?

schaut euch meine portfolios hier auf der seite oder in social media an & gebt mir bescheid, über welches foto ihr gerne mehr erfahren würdet ... vielleicht habe ich mir ja gar nix dabei gedacht & es hat einfach gesessen!

das passiert nämlich auch manchmal ...

 

 

 

 

 

freue mich auf eure kommentare .. teilen ist natürlich ausdrücklich erwünscht ... bis zum nächsten mal

euer

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anónimo (Donnerstag, 22 April 2021 21:59)

    TOP! Sehr interessanter Beitrag. Hat Spaß gemacht deinen Gedanken beim Motive erkennen und sie „ein zu catchen“ zu verfolgen. Gerne mehr davon.

  • #2

    jfk (Donnerstag, 22 April 2021 23:35)

    ... lieben dank, das freut mich natürlich ... werde ich beherzigen